Concilium musicum Wien

Hainburger Straße 26/26
A 1030 Wien

Das Concilium musicum Wien wurde 1982 von Paul und Christoph Angerer gegründet, zunächst um Werke des 18. Jahrhunderts zu musizieren. Im Laufe seiner Entwicklung erweiterte sich das Repertoire des Ensembles dabei kontinuierlich. Heute ist das Concilium musicum Wien für sein umfangreiches musikalisches Spektrum bekannt, obschon die Schwerpunkte eindeutig auf österreichischem Barock, auf Haydn und Mozart und deren Umfeld, sowie auf der Wiener Tanzmusik des 19. Jahrhunderts liegen.

Das Concilium musicum Wien bringt in seinen abwechslungsreichen Programmen wertvolle Musik aus den Archiven zum Klingen, führt Musik von zu Unrecht vergessenen Komponisten auf und rückt auch selten gespielte Werke der großen Klassiker wieder ins rechte Licht. Das Ensemble musiziert auf historisch-originalen und authentischen Instrumenten aus der Zeit der Entstehung der Werke. Das Concilium musicum Wien tritt bei seinen Konzerten in unterschiedlichen Besetzungen auf, zumeist als Kammermusikensemble, aber auch in Orchesterformation, und musiziert mit Erfolg im In- und Ausland.

Zuhause in Wien ist es das „Ensemble in residence“ der Haydn-Gesellschaft Wien. Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie zahlreiche Tonträgerproduktionen dokumentieren sein facettenreiches Repertoire.

Christoph Angerer

Leitung, Violine, Viola & Viola d’amore

Ein 1966 in Bonn geborener Wiener mit Österreichischer Staats­bürger­schaft und Schweizer Bürger­recht. 

Erhielt seine musikalische Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart und an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. 1988 Diplom im Fach Viola. Studium der Musiksoziologie mit dem Schwer­punkt auf der Musik­geschichte des 18. Jahrhunderts. 1982 Gründung des Ensembles Concilium musicum Wien gemeinsam mit seinem Vater Paul Angerer. 

Intensives Studium historischer Aufführungs­praxis der Vorklassik und der (Wiener) Klassik auf Original­instrumenten, besonders auf der Viola d’amore. Von 1985–1991 Substitut im Orchester der Wiener Staatsoper. 

Konzert­tourneen und Mitwirkung bei Internationalen Festivals mit dem Concilium musicum Wien, aber auch mit anderen Ensembles. Konzerttätigkeit als Solist auf der Violine, der Viola und der Viola d’amore. Zahlreiche CDs, Rundfunk- und Fernseh­aufnahmen. 

1993–2012 Lehrauftrag für Viola d’amore an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Dozent bei Meisterkursen. 1991 Gründung der Vermittlungs­agentur „Kultur-Management Wien“.

Peter Frisée

Management, Orgel, Cembalo

Geboren 1983 in Graz, studierte bei Ernst Triebel, Michael Kapsner und Roman Summereder. Seine Studien schloss er mit Auszeichnung ab, Kurse und Meisterkurse ergänzen seine Ausbildung.

Seit 2004 ist er Organist der Erlöserkirche Am Schüttel und bekleidet das Amt des Dekanatskantors des Dekanats Wien II. 2008 initiierte er das Orgelfest Mariatrost Graz, gründete die Serie Kultur im Prater und nahm die fortwährende Tätigkeit für Concilium musicum Wien und Haydn-Gesellschaft Wien auf.        

Seit 2012 ist er künstlerischer Leiter von Das Orgelfest in Wien. Konzerte als Solist und Ensemblemusiker an Orgel und Cembalo in Europa, Afrika, Lateinamerika und Fernost, Unterrichtstätigkeit, Publikationen, sowie Tonträger-, Fernseh- und Rundfunkproduktionen runden seine Tätigkeit ab. Er ist als Moderator für Kulturreisen und auf Radio Klassik Stephansdom tätig.

Prof. Paul Angerer

1927–2017

Hat das Concilium musicum Wien im Jahr 1982 gemeinsam mit seinem Sohn Christoph gegründet. Über 30 Jahre lang war er als dessen Leiter und bis zu seinem Tode als künstlerischer Berater tätig.

Biografische Notizen: Paul Angerer wurde am 16. Mai 1927 in Wien geboren. Nach Studien an der Wiener Musik­hoch­schule und dem Konser­vatorium war er Geiger und Bratschist in verschiedenen öster­reichischen und Schweizer Orchestern, von 1952–1957 Solo­bratschist der Wiener Symphoniker. 1956–1963 war er Chef­dirigent des Kammer­orchesters der Wiener Konzert­haus­gesellschaft, 1964–1966 1. Kapell­meister in Bonn, 1966–1972 Opernchef in Ulm und Salzburg, 1971–1982 Leiter des Südwest­deutschen Kammer­orchesters und von 1960–1990 Gast beim „Orchestra Haydn di Bolzano e Trento“. Von 1982–1992 unterrichtete er an der Hoch­schule für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Paul Angerer war Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter der Öster­reich­ische Staats­preis, der Theodor Körner-Preis, der Preis des Landes Nieder­österreich für Mozart­forschung, der Johann-Nestroy-Ring der Stadt Wien und das Öster­reichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. Zu seinem 90. Geburtstag wurden ihm 2017 der „Goldene Rathausmann“ sowie die Ehrenbürgerschaft des Bezirks Landstraße verliehen. Seit 1947 komponierte Paul Angerer Bühnen- und Orchesterwerke, Oratorien, ein Musical, eine TV-Oper, Kammer­musik für verschiedene Besetzungen, Theater­musik für die Salzburger und Bregenzer Festspiele, das Wiener Burg­theater, für zahlreiche österreichische und deutsche Bühnen und das Fernsehen.

Paul Angerer trat auch Buchautor hervor und moderierte 20 Jahre lang für den Radiosender Ö1 und weitere 16 Jahre, bis zu seinem Tod, die Sendung „Capriccio“ auf Radio Klassik Stephansdom. Er verstarb am 26. Juli 2017 90-jährig und ruht in einem von der Stadt Wien ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof.